Die Gasheizung - Alles, was Sie über Kosten, Installation und Förderung wissen müssen

Sie planen gerade den Bau eines neuen Hauses? Dann müssen Sie sich früher oder später die Frage stellen, auf welches Heizungssystem Sie bei Ihrem Neubau setzen wollen. Aber nicht nur Bauherren sollten sich mit dem Thema Heizung auseinandersetzen. Denn wenn die Heizung in Ihrem Haus bereits seit einigen Jahren in Betrieb ist, lohnt es sich, über eine Modernisierung nachzudenken. Heizungen, die bereits lange in Betrieb sind, zeigen mitunter Verschleißerscheinungen, die sich in Form von häufigen und kostspieligen Reparaturen bemerkbar machen. Hinzu kommt, dass ältere Modelle weniger effizient arbeiten, was Ihre monatlichen Heizkosten in die Höhe treibt. Eine neue Gasheizung ist daher eine Alternative, über die Sie nachdenken sollten. Deshalb haben wir in diesem Beitrag alle Informationen gesammelt, die Sie kennen sollten:

Video: Der Brennwerteffekt und seine Funktionsweise

Die Funktionsweise einer Gasheizung

Die Funktionsweise einer Gasheizung ist schnell erklärt: Durch das Verbrennen von Gas entsteht Hitze, mit dem Wasser in einem Heizkessel erhitzt wird. Das warme Wasser wird dann über ein Rohrsystem in die Heizkörper geleitet, die so erwärmt werden und die Wärme an den Raum abgeben. Dabei kühlt das Wasser wieder ab und läuft zurück in den Heizkessel, wo der Kreislauf von vorne beginnt.

Seit der Erfindung der Gasheizung hat sich an diesem Prinzip eigentlich nichts mehr geändert. Allerdings kam es in den 1980er Jahren zu einer erheblichen Effizienzsteigerung dank der sogenannten Brennwerttechnik. Diese Technologie sorgt dafür, dass auch die Wärme der Abgase, die bei der Verbrennung des Gases entstehen, in Heizungswärme umgewandelt wird. Das steigert die Effizienz der Heizung um bis zu 20 % im Vergleich zu Heizungen ohne Brennwerttechnik.

Sollten Sie also tatsächlich noch eine Heizung aus den frühen 1980er Jahren – oder sogar noch älter – besitzen, dann besteht auf jeden Fall Handlungsbedarf. Denn die vergleichsweise hohen Investitionskosten für eine neue Gasheizung haben Sie über die deutlich geringeren monatlichen Heizkosten recht schnell wieder hereingeholt.

Die unterschiedlichen Brennstoffe einer Gasheizung

Gas ist in Österreich einer der wichtigsten Brennstoffe für Heizungen. In ca. 23 % der Haushalte ist Gas der Hauptenergieträger. Dieser Wert ist seit vielen Jahren relativ konstant – das zeigt, dass die Gasheizung nach wie vor eine zukunftsfähige Technologie ist.

Obwohl der weitaus größte Teil der Gasheizung mit Erdgas betrieben wird, gibt es auch noch die Option Flüssiggas. Diese Variante bietet sich an, wenn Ihr Haus aus technischen Gründen nicht an das Gasnetz angeschlossen werden kann. Für den Heizungsbetrieb mit Flüssiggas benötigen Sie einen Tank, der im Idealfall unterirdisch im Garten aufgestellt wird. Zu guter Letzt soll noch die regenerative Energiequelle Green-Gas nicht unerwähnt bleiben. Green-Gas kann aus verschiedenen Quellen erzeugt werden. Bei Biogas zum Beispiel wird aus organischen Abfällen (Biomasse) durch Vergärung Gas gewonnen. Weiters kann aus Überschussstrom Wasserstoff produziert werden, welcher ebenfalls in das Gasnetz eingespeist werden kann.

Heizen mit Erdgas

Das Heizen mit Erdgas ist eine saubere und komfortable Angelegenheit: Das Gas wird per Leitung direkt in Ihre Therme oder Ihren Heizkessel befördert, wo es für effiziente Heizungswärme sorgt. Zudem ist der Gaspreis insgesamt stabiler als der Ölpreis, so dass Sie die Betriebskosten besser planen können.

Heizen mit Flüssiggas

Das Heizen mit Flüssiggas ist in Österreich eine eher exotische Variante: Lediglich 0,4 % der Haushalte nutzen diese Option. Tatsächlich ergibt diese Energiequelle auch nur dann Sinn, wenn Sie keine Möglichkeiten haben, Ihre Heizung an das Erdgasnetz anzuschließen. Sie müssen dann einen Gastank im Keller oder im Garten installieren lassen und sich regelmäßig um dessen Befüllung kümmern.

Heizen mit Biogas

Für alle, die umweltbewusst heizen möchten, ist Biogas die ideale Alternative. Biogas gehört zu den sogenannten regenerativen Energiequellen, weil es aus organischen Abfällen gewonnen wird. Die Sache hat aber einen Haken: Wer mit Biogas die Umwelt und das Klima schützen will, muss etwas tiefer in die Tasche greifen, denn Biogas ist teurer als die fossile Variante. Um die Mehrkosten in Grenzen zu halten, können Sie aber auch eine Mischung aus Erdgas und Biogas bei Ihrem Anbieter bestellen. Angenehmer Nebeneffekt: Biogas stammt zu 100 % aus österreichischer Produktion.

Die unterschiedlichen Arten der Gasheizung

Wenn Sie entschieden haben, Ihr Eigenheim mit einer Gasheizung auszustatten, dann haben Sie die Wahl aus verschiedenen Varianten. Diese Vielfalt kann für den Laien mitunter verwirrend sein, daher erhalten Sie im folgenden Abschnitt einen guten Überblick über die verschiedenen verfügbaren Geräte.

Wandheizgerät

Wand-Kombiheizgerät

Kompaktgerät

Gas-Raumheizgerät

Standheizkessel

Wandheizgerät

Das Wandheizgerät (Gastherme)

Der große Vorteil des Wandheizgeräts - auch Gastherme genannt - ist sein geringer Platzbedarf, denn Sie können es einfach an die Wand hängen. Manche Geräte müssen Sie an den Rauchfang anschließen (raumluftabhängig). Wandheizgeräte sind einfach zu bedienen und arbeiten modulierend. Das bedeutet: Die Leistung des Gerätes passt sich an den benötigten Heizbedarf an.

Wand-Kombiheizgerät

Das Wand-Kombiheizgerät

Ein Wand-Kombiheizgerät – auch Kombitherme genannt – enthält zusätzlich noch einen integrierten Durchlauferhitzer. So können Sie mit diesem Gerät nicht nur warmes Wasser für die Heizung, sondern auch für Ihre Wasserleitungen produzieren. Dabei benötigen Sie für dieses Gerät nicht mehr Platz als für ein Wandheizgerät, profitieren aber von der Doppelfunktion.

Kompaktgerät

Das Kompaktgerät

Hierbei wird die Warmwasserbereitung mit der Heizung in einem kompakten Standgerät kombiniert. Kompaktgeräte sind für Etagenwohnungen und kleinere Häuser eine gute Wahl, denn sie kombinieren Heizung und Warmwasserbereitung in einem Gerät, wenn keine zentrale Versorgung möglich ist. Gas-Kompaktgeräte können zusätzlich mit einem integrierten Speicher in verschiedenen Größen ausgerüstet werden, wodurch sich der Warmwasserkomfort deutlich erhöht.

Gas-Raumheizgerät

Das Gas-Raumheizgerät

Mit diesen Geräten können Sie einzelne Räume beheizen. Das bietet sich zum Beispiel bei Altbauten an, wo die Installation einer Zentralheizung zu aufwendig wäre. Außerdem ist das Gas-Raumheizgerät gut geeignet für Räume, die nur zeitweise beheizt werden müssen, zum Beispiel Gästezimmer oder Hobbykeller. Dank des modulierenden Brennerbetriebs arbeiten diese Geräte besonders energieeffizient.

Standheizkessel

Der Standheizkessel

Für größere Häuser, Mehrfamilienhäuser und gewerblich genutzte Immobilien mit einem hohen Heizbedarf ist der Standheizkessel die beste Wahl, denn er bringt im Vergleich zu den anderen Varianten die höchste Leistung. Allerdings besteht hier ein erhöhter Platzbedarf – eine Fläche von ca. 3 m² müssen Sie hier einplanen.

Für den Fall, dass nicht ausreichend Fläche zur Verfügung steht, haben wir mit unserem ecoVIT die platzsparende Version eines Standheizkessels.

Vor- und Nachteile von Gasheizungen

Eine Entscheidung für die Gasheizung hat viele Vorteile: Sie setzen damit auf ein sicheres Heizungssystem, das pflegeleicht und in der Anschaffung vergleichsweise preiswert ist. Allerdings ist Gas – sofern Sie nicht das teurere Biogas nutzen – ein fossiler und damit endlicher Brennstoff. Das macht es auch schwer, die Entwicklung des Gaspreises in den nächsten Jahren vorauszusehen.

Unter Umweltschutzgesichtspunkten betrachtet schneidet die Gasheizung aufgrund ihrer hohen Effizienz gut ab; sie produziert weitaus weniger umweltschädliche Emissionen als die Ölheizung. Besser sind hier nur regenerative Systeme, wie zum Beispiel die Wärmepumpe.

Alles in allem ist und bleibt die Gasheizung ein hervorragendes System mit Zukunft.

Hohe Effizienz

Moderne Gasheizungen mit Brennwerttechnik nutzen die Energie, die bei der Verbrennung des Gases entsteht, optimal aus.

Saubere Verbrennung

Obwohl Gas ein fossiler Brennstoff ist, entstehen bei der Verbrennung deutlich weniger umweltschädliche Emissionen als bei der Ölheizung.

Platzsparend

Wer eine Ölheizung installiert, benötigt sehr viel Platz für den dazugehörigen Öltank. Bei Gas haben Sie dieses Problem nicht. Gastherme benötigen nur wenig Platz und können – je nach Ausführung – auch an der Wand befestigt werden.

Günstig

Die Anschaffungskosten für eine moderne Gasheizung sind überraschend niedrig.

Kosten einer Gasheizung

Abb. 1: Kosten einer Gasheizung

Bei den Anschaffungskosten hat die Gasheizung gegenüber der Ölheizung eindeutig die Nase vorn. Wandhängende Geräte sind günstiger als Standgeräte und auch die Installationskosten der Wandgeräte sind geringer.

Die laufenden Betriebskosten lassen sich pauschal schwer ermitteln, weil sie natürlich von vielen verschiedenen Faktoren abhängen: Verbrauch, Größe der Räume, Dämmung des Gebäudes, Gaslieferant und noch einiges mehr. Wenn wir jedoch von einem durchschnittlichen Jahresverbrauch von 15.000 Kilowattstunden pro Haushalt und von einem Gaspreis von ca. 6,5 Cent pro Kilowattstunde ausgehen, dann kommen Sie auf monatliche Kosten von etwa 82 €.

Für die Wartung Ihrer Gasheizung sollten Sie zusätzlich 200 bis 300 € pro Jahr einplanen.

Förderung einer Gasheizung

Sowohl die Energieversorger als auch Länder und Gemeinden bieten unterschiedliche Förderprogramme an, mit denen Sie beim Einbau einer neuen Gasheizung Geld sparen können. Diese hier einzeln vorzustellen, würde den Rahmen sprengen, aber wir haben für Sie mit unserem Fördergeldservice eine praktische Fördersuche eingerichtet. Geben Sie hier einfach Ihre Postleitzahl sowie ein paar Angaben zum Gebäude und der geplanten Heizung ein und Sie erhalten eine kompakte Übersicht der in Frage kommenden Förderprogramme angezeigt.

Planung einer neuen Gasheizung

Abb. 2: Planung einer Gasheizung

Sie haben sich für eine Gasheizung entschieden? Dann geht es jetzt um die Planung. Zunächst müssen Sie sich für eine der Varianten entscheiden, die wir weiter oben vorgestellt haben: Wandheizgerät, Wand-Kombiheizgerät, Kompaktgerät, Gas-Raumheizgerät (nur sinnvoll für einzelne Räume) oder Standheizkessel. Dabei sollten Sie Ihre Wahl in Abhängigkeit zum Wärmebedarf treffen. Dieser ergibt sich aus verschiedenen Variablen, zum Beispiel der Größe Ihrer Immobilie oder der Isolierung. Bei der richtigen Ermittlung des Wärmebedarfs hilft Ihnen gerne Ihr Vaillant-Heizungsfachmann. Sie haben noch keinen Installateur der Ihnen bei der Planung helfen kann? Dann nützen Sie unsereFachhandwerker Suche.

Eine wichtige Rolle bei der Auswahl der richtigen Anlage spielt auch der zur Verfügung stehende Platz. Für einen Standheizkessel benötigen Sie beispielsweise ca. 3m², vorzugsweise in einem Kellerraum. Hängende Geräte benötigen entsprechend weniger Platz und lassen sich oft in Nischen «verstecken». Beim Einbau der neuen Heizung sollten Sie unbedingt mit einem qualifizierten Fachbetrieb zusammenarbeiten.

Die Gasheizung ist für jeden Haustyp geeignet: Einfamilienhaus, Mehrfamilienhaus, Etagenwohnung, Gewerbeimmobilie, Altbau oder Neubau – für jede Gebäudeart gibt es eine passende Gasheizung.

Die Gasheizung sinnvoll kombinieren

Sie können Ihre Gasheizung mit einigen anderen Geräten kombinieren um Betriebskosten zu sparen oder den Komfort zu erhöhen:

Gasheizung und Wärmepumpe

Luft-Wasser-Wärmepumpen sind aufgrund Ihrer geringeren Effizienz nur selten in der Lage, ein Haus komplett mit Heizungswärme zu versorgen – das klappt in der Regel nur bei sehr gut gedämmten Gebäuden. Aber in der Kombination mit einer Gasheizung ist die Luft-Wasser-Wärmepumpe eine gute Wahl: Denn die Wärmepumpe schaltet sich immer dann zu, wenn die Außenlufttemperatur einen effizienten Betrieb zulässt – ansonsten übernimmt die Gasheizung.

Gasheizung und Warmwasserspeicher

Wenn Sie mehrere Badezimmer zeitgleich mit warmem Wasser versorgen wollen, dann können Sie das mit einem Warmwasserspeicher gewährleisten..

Gasheizung und Solarthermie

Eine Solarthermie funktioniert ähnlich wie eine Photovoltaik-Anlage, nur dass hier Wärme statt Strom aus der Sonnenenergie gewonnen wird. Zusätzlich benötigen Sie noch einen Solarspeicher, damit Sie die tagsüber gewonnene Wärme auch am Abend nutzen können. Sie können mit dieser Kombination bis zu 50 % an Gas sparen.

Wartung einer Gasheizung

Wenn sie möglichst lange etwas von Ihrer Gasheizung haben wollen, dann ist eine regelmäßige Wartung – einmal im Jahr – absolute Pflicht. Denn bei technischen Geräten von dieser Komplexität kann es immer mal vorkommen, dass einzelne Elemente verschleißen. Wenn diese bei der jährlichen Wartung ausgetauscht werden, kann ein längerer Ausfall der Heizung vermieden werden. Aber auch aus Gründen der Sicherheit ist eine Wartung wichtig: Denn Gas in Verbindung mit Feuer kann eine gefährliche Mischung sein.

Die gute Nachricht: Die Wartung der Gasheizung ist weder aufwendig noch teuer. Im ersten Schritt reinigt der Fachmann einzelne Teile der Anlage und schützt sie so vor Abnutzung. Danach steht die Prüfung der Zünd- und Überwachungselektroden und – falls nötig – deren Austausch auf dem Programm, wodurch verhindert wird, dass sich in der Anlage ein Gasgemisch bildet, das leicht entzündlich ist. Zum Schluss werden noch die Dichtungen überprüft und bei Bedarf getauscht.

Abb. 3 : Vaillant Werkskundendienst

Einen Rat sollten Sie zum Schluss noch unbedingt beherzigen: Als Laie sollten Sie unter keinen Umständen selbst an der Heizung herumwerken. Dadurch könnten Sie nicht nur den Schaden vergrößern, sondern sich auch selbst in Gefahr bringen.

Sollte Ihr Vaillant Gerät aus welchem Grund auch immer nicht ordnungsgemäß funktionieren, bieten wir Ihnen mit unserem Werkskundendienst die beste Lösung. Der Vaillant Werkskundendienst zählt ca. 200 Techniker österreichweit und ist unter 0570502100 an 365 Tagen im Jahr, rund um die Uhr für Sie da.

Wenn also irgendwas nicht stimmt, rufen Sie immer Ihren Heizungsfachmann hinzu, dann sind Sie auf jeden Fall auf der sicheren Seite.