Photovoltaik - Alles, was Sie über Kosten, Installation und Förderung wissen müssen

Die Sonne ist ein gigantisches Kraftwerk, das unsere Erde nicht nur mit Wärme, sondern auch mit Licht versorgt. Schon im 19. Jahrhundert entdeckten Wissenschaftler den photoelektrischen Effekt – also die Möglichkeit, die Energie des Lichts in elektrischen Strom umzuwandeln. Obwohl Albert Einstein die theoretischen Erkenntnisse noch einmal vertiefte, gelang erst den Weltraumpionieren in den 1950er Jahren die praktische Nutzung. Denn mit dieser Technik ließen sich Satelliten dauerhaft mit Strom versorgen. Für zivile Anwendung wurde Photovoltaik erst nach der Energiekrise 1973 interessant, als es darum ging, Alternativen zu den fossilen Brennstoffen Gas und Öl zu finden. Heute sind Photovoltaikanlagen weit verbreitet und für Verbraucher eine beliebte Möglichkeit, die eigenen Energiekosten zu senken. Wenn Sie auch das Sonnenlicht nutzen wollen, um daraus Elektrizität zu gewinnen, dann finden in diesem Beitrag alles Wissenswerte:

Wie funktioniert Photovoltaik?

Die Photovoltaik- oder Solarzelle besteht aus 2 Siliziumhälften. Diese sind aber nicht gleich beschaffen: In der oberen Hälfte herrscht ein Elektronenüberschuss, während die untere zu wenig Elektronen enthält. Die überschüssigen Elektronen von oben versuchen nun, die Elektronenlücken unten zu füllen.

Da Elektronen negativ geladene Teilchen sind, lädt sich obere Hälfte positiv auf, während die untere negativ wird. Wir haben also – wie bei einer Batterie – eine Plus- und einen Minuspol. Trifft jetzt Licht auf die Solarzelle, dann wird das überschüssige Elektron wieder aus der unteren Hälfte gelöst und fließt zum Pluspol – das ergibt elektrischen Strom, den wir anzapfen können.

Laien müssen da schon genau lesen, um das zu verstehen. Wenn es nämlich so einfach wäre, dann hätte Albert Einstein für die Erforschung dieses Effekts auch nicht den Nobelpreis bekommen. Zum Glück muss man die Funktionsweise der Solarzellen nicht im Detail verstehen, um ihren Vorteil nutzen zu können: Die Produktion elektrischer Energie aus Sonnenlicht.

Komponenten einer Photovoltaikanlage

Solarmodul

Wechselrichter

Batteriespeicher

Steuerung

Messgerät

Solarmodul

Solarmodul

Für die Erzeugung von Energie benötigt die Photovoltaikanlage sehr viele dieser gerade beschriebene Solarzellen. Diese werden miteinander verbunden und bilden so das Solarmodul, das durch eine Glasscheibe vor Verschmutzung und Beschädigung geschützt wird. Eine Photovoltaikanlage besteht in der Regel aus mehreren Modulen, abhängig vom zur Verfügung stehenden Platz.

Wechselrichter

Wechselrichter

Mit dem erzeugten Strom gibt es aber ein kleines Problem: Es handelt sich dabei um Gleichstrom, wir benötigen aber in aller Regel Wechselstrom im Haushalt. Dafür gibt es den sogenannten Wechselrichter, der den Strom aus den Solarmodulen von Gleich- in Wechselstrom umwandelt, bevor er ins Stromnetz gelangt.

Batteriespeicher

Batteriespeicher

Damit Sie den tagsüber erzeugten Strom auch dann noch nutzen können, wenn die Sonne längst untergegangen ist, verfügen viele Photovoltaikanlagen über einen Speicher in Form einer Lithiumbatterie. Es gibt auch Speicher aus Bleizellen, die etwas günstiger sind als die Lithiumvariante, aber diese können nicht so oft aufgeladen werden und nutzen daher schneller ab.

Steuerung

Steuerung

Mit einer Steuerung können Sie festlegen, was mit dem produzierten Strom passiert: Soll er ins Netz eingespeist werden oder wollen Sie in selbst nutzen? Das können Sie entweder individuell regeln oder feste Prozentsätze festlegen, zum Beispiel 70 % Eigennutzung und 30 % Einspeisung.

Messgerät

Messgerät

Zu guter Letzt können Sie mit einem Messgerät die Leistung der Anlage bzw. einzelner Module überprüfen und so frühzeitig erkennen, ob Funktionsstörungen vorliegen.

Vorteile der Photovoltaik

Die Photovoltaik erobert Österreich – das kann man mit Fug und Recht behaupten. Denn während im Jahr 2010 die über Photovoltaik erzeugte Strommenge noch bei unter 100 Megawatt lag, so war dieser Wert bis Ende 2018 auf über 1.400 Megawatt geklettert – Tendenz weiterhin steigend. Dieser rasante Anstieg überrascht allerdings nicht, denn die Vorteile der Stromerzeugung aus Sonnenlicht sind offensichtlich:

Niedrigere Stromkosten

Wenn Sie den erzeugten Strom selbst im Haushalt nutzen, müssen Sie entsprechend weniger bei Ihrem Energieversorger kaufen.

Unabhängigkeit von der Strompreisentwicklung

Je mehr Strom Sie selbst für sich produzieren und je weniger Sie dazu kaufen müssen, desto weniger belasten Sie steigende Strompreise.

Sichere, saubere und ausgereifte Technologie

Sie gewinnen nicht nur umweltfreundliche Energie aus Sonnenlicht, sondern tun dies auch noch mit verblüffend hoher Effizienz.

Geld verdienen durch Netzeinspeisung

Wenn Sie Ihren erzeugten Solarstrom ins örtliche Netz einspeisen, können Sie Monat für Monat ein kleines Zusatzeinkommen generieren.

Natürlich gibt es auch Nachteile, die wir hier nicht verschweigen wollen: Die Investitionskosten sind relativ hoch und Sie benötigen eine größere Fläche, wenn Sie mehrere Module aufstellen wollen. Zudem sind Sie natürlich abhängig von der Sonneneinstrahlung.

Kosten einer Photovoltaikanlage

Da wir gerade von Investitionskosten gesprochen haben, wollen wir uns diesen Aspekt einmal näher anschauen – fangen wir mit den Modulen an. Je nach Größe, Leistung und Art des Moduls müssen Sie hier 150 bis 350 € investieren. Ein Wechselrichter kostet zwischen 1.000 und 2.500 € – für kleine Anlagen kommen Sie aber auch mit 500 bis 700 € aus.

Die Montagekosten hängen von verschiedenen Faktoren ab: Natürlich von der Größe der Anlage, aber auch davon, wie gut der Aufstellungsort (in der Regel das Dach) zu erreichen ist. Im Schnitt sollten Sie mit 1.500 € rechnen.

Ein Speicher schlägt mit weiteren 5.000 bis 20.000 € zu Buche; das hört sich erstmal viel an, aber bedenken Sie, dass Sie den Speicher nicht unbedingt benötigen. Wenn Sie zum Beispiel Ihren Solarstrom komplett oder zu einem großen Teil ins Netz einspeisen, ist der Speicher überflüssig.


Die Anlage sollte einmal im Jahr von einem Profi gewartet werden. Am besten, Sie schließen gleich bei der Montage einen Wartungsvertrag ab, das kostet Sie im Jahr etwa 200 €.

Da aufgrund von Verschmutzung der Module die Leistung um bis 20 % abfallen kann, sollten Sie diese regelmäßig alle zwei Jahre reinigen lassen – jährlich, wenn Sie in der Nähe von Feldern oder viel befahrenen Straßen wohnen. Das kostet etwa 2 € pro Quadratmeter.

Es empfiehlt sich, Ihre Photovoltaikanlage versichern zu lassen. Die Versicherung sollte Schäden durch Hagel, Sturm, Feuer, Überspannung und Schneedruck abdecken und kostet zwischen 50 und 80 € jährlich.

Hier finden Sie alle Informationen über die Kosten einer Photovoltaikanlage.

Planung einer Photovoltaikanlage

Eine Photovoltaikanlage ist für nahezu jeden Haustyp geeignet, egal, ob Sie einen Altbau oder einen Neubau, ein Ein- oder ein Mehrfamilienhaus mit Solarmodulen bestücken wollen. Und sogar im Winter können diese das Sonnenlicht in Strom umwandeln, wenn auch weniger effektiv als im Sommer. Achten Sie nur darauf, dass die Module regelmäßig von Schnee befreit werden.

Wenn Sie eine Anlage für Ihr Haus planen, sollten Sie zunächst die Größe ermitteln. Die hängt zum einen von der zur Verfügung stehenden Fläche auf dem Dach ab, zum anderen von der Strommenge, die Sie erzeugen möchten. Auch der Wirkungsgrad spielt eine wichtige Rolle. Dieser beschreibt das Verhältnis aus eingehendem Licht zu daraus gewonnenem Strom. Je höher, desto effizienter. Eine Anlage mit hohem Wirkungsgrad benötigt daher auch weniger Modulfläche und damit weniger Platz. Bei der Berechnung der benötigten Fläche kann Ihnen ein Fachbetrieb helfen.

Wenn Sie noch unabhängiger von externen Versorgern werden wollen, dann bietet sich die Kombination der Photovoltaikanlage mit einer Wärmepumpe an. Diese versorgt Ihr Haus mit Wärme für Heizung und Wasser, und benötigt dafür weder Öl noch Gas, sondern nur elektrischen Strom, den Sie auf Ihrem Dach selbst produzieren.

Last but not least sollte noch erwähnt werden, dass eine moderne Photovoltaikanlage eine Lebensdauer von bis zu 30 Jahren hat – regelmäßige Wartung und gute Pflege vorausgesetzt.

Montage der Photovoltaikanlage

Wenn Sie sich für eine Photovoltaikanlage entschieden haben, dann muss diese noch montiert werden. Das sollten Sie unbedingt einen Fachbetrieb machen lassen, damit die Anlage auch einwandfrei funktioniert. Außerdem ist die Montage auf dem Dach auch nicht ungefährlich.

Sie sollten einen Tag Zeit für die Montage der Module einplanen, sowie einen weiteren halben Tag für die elektrische Installation. Abhängig von der Beschaffenheit Ihres Hauses und des Dachs gibt es verschiedene Montagemöglichkeiten:

Aufdachmontage

Diese Variante wird in der Regel bei Satteldächern angewendet, die mit einer Photovoltaik-Anlage nachgerüstet werden. Bevor Sie beginnen, sollten Sie aber unbedingt prüfen, ob Ihr Dach nicht vorher saniert werden muss. Bei der Montage werden Schienen mit Haken und Schrauben an den Dachsparren befestigt. An dieser Konstruktion werden dann die Module befestigt.

Flachdachmontage

Hier wird zunächst ein Gestell auf dem Dach montiert, sodass die Module schräg aufgestellt werden können. Wichtig ist es dabei, dass die einzelnen Module ausreichend Abstand haben, damit sie sich nicht gegenseitig verschatten.

Indachmontage

Das ist die wahrscheinlich eleganteste Methode, denn hier werden die Solarmodule direkt ins Dach integriert. Diese Variante bietet sich besonders bei Neubauten an, oder wenn Sie aufgrund einer Dachsanierung sowieso die Dachziegel entfernen lassen. Die Vorteile der Indachmontage liegen auf der Hand: Zum einen können die Module nicht mehr von starken Winden angegriffen werden, zum anderen sehen die ins Dach integrierten Module auch besser aus.

Fassadenmontage

Wenn eine Aufstellung der Solarmodule auf dem Dach nicht möglich ist, ist die Montage der Module in die Fassade eine Option. Bei Einfamilienhäusern ist das weniger sinnvoll, aber zum Beispiel bei Bürogebäuden mit einer gewissen Höhe und ausreichend großer Fassadenfläche ist das eine gute Möglichkeit.

Für alle Varianten gilt: Für eine effiziente Stromgewinnung sollten die Module in süd-westlicher bis süd-östlicher Richtung ausgerichtet sein.