Die Erdwärmepumpe

Im Inneren unseres Heimatplaneten tobt ein wahres Höllenfeuer mit Temperaturen von mehreren Tausend Grad Celsius. Der Gedanke, die Erdwärme zum Heizen zu nutzen, liegt daher auf der Hand. Und tatsächlich reicht es schon, nur wenige Meter ins Erdreich vorzudringen, um dort Temperaturen vorzufinden, die sich in Heizungswärme umwandeln lassen. Dies geschieht mit leistungsstarken Erdwärme-Pumpen (auch Sole-Wasser-Wärmepumpen genannt). In diesem Beitrag erfahren Sie alles, was Sie über die Nutzung der thermischen Energie der Erde wissen müssen:

Funktionsweise einer Erdwärmepumpe

Abbildung 1: Funktionsweise einer Erdwärmepumpe

Wie alle Wärmepumpen nutzt auch die Erdwärmepumpe die thermische Energie der Umgebung; in diesem speziellen Fall die der Erde. Über Kollektoren oder Sonden wird die Erdwärme angezapft und in Energie zum Heizen und zur Warmwasseraufbereitung umgewandelt.

Das funktioniert so: Die thermische Energie der Erde erwärmt die Flüssigkeit (Sole). Die in der Sole gespeicherte Energie wird in einem Wärmetauscher, der in der Wärmepumpe eingebaut ist, einem sogenannten Kältemittel zugeführt, welches die besondere Eigenschaft besitzt, einen sehr niedrigen Siedepunkt zu haben. Somit wird die Energie der Sole zum Verdampfen des Kältemittels verwendet. In der Wärmepumpe wird dieser Dampf verdichtet und so weiter erhitzt. Schließlich gibt das erhitzte Kältemittel die Wärme über einen Wärmetauscher ans Heizungssystem zum Erwärmen der Heizkörper oder der Fußbodenheizung ab.

Die Erdwärmepumpe kann aber auch zum Kühlen des Hauses genutzt werden. Dazu wird der Wärmetauscher verwendet, die Wärme aus den Räumen ins Erdreich abzuführen.

Die drei Varianten einer Erdwärmepumpe

Es gibt drei verschiedene Arten der Erdwärmepumpen, die sich hauptsächlich in der Art, wie die thermische Energie der Erde gesammelt wird, unterscheiden. Jede hat ihre Vor- und Nachteile, deshalb sollten Sie die Unterschiede kennen.

Planung einer Erdwärmepumpe

Abbildung 4: Planung der Verlegung des Kollektors für die Erdwärmepumpe

Nachdem Sie jetzt die verschiedenen Arten der Erdwärmepumpe und die Unterschiede kennengelernt haben, dürfte Ihnen die Planung einer solchen Anlage leichter fallen. Denn Sie wissen jetzt, auf welche Faktoren Sie besonders achten müssen.

Da wäre zum Beispiel der zur Verfügung stehende Platz. So können Sie nur mit einer großen Freifläche im Garten eine Erdwärmepumpe mit Flächenkollektoren nutzen.

Auch die Ermittlung des benötigten Wärmebedarfs ist eminent wichtig: Bei der Erdwärmepumpe hat er Einfluss auf die Tiefe der Bohrung und bei der Variante mit Ringgrabenkollektor auf die Länge des Grabens.

Sollte der Wärmebedarf zu niedrig geplant worden sein, kann das dazu führen, dass der Erde zu viel Wärme entzogen wird und es kann zu Vereisungen kommen. Die Erdwärmepumpe wird in der Regel im Keller aufgestellt, Sie sollten daher dort ausreichend Platz schaffen.

Vor- und Nachteile von Wärmepumpen

Einige Vor- und Nachteile der Erdwärmepumpe wurden bereits in den oberen Absätzen genannt, aber der Vollständigkeit wollen wir an dieser Stelle diese noch mal zusammenfassen.

Die Vorteile einer Erdwärmepumpe:

Umweltfreundlich Heizen mit Geothermie

Niedrige Heizkosten durch Einbindung kostenloser Umweltenergie

Betriebskosten sind sehr niedrig

Geringe bis keine Lautstärke/Geräusche

Nachteilig ist bei der Erdwärmepumpe der hohe Aufwand durch Grabungs- oder Bohrungsarbeiten und die von der Bodenbeschaffenheit abhängige Effizienz - sandiger Boden ist weniger geeignet. Zudem ist für einen sinnvollen Betrieb eine gute Dämmung notwendig.

Erdwärmepumpe sinnvoll kombinieren

Erdwärmepumpe und Fußbodenheizung

Die Kombination aus Erdwärmepumpe und Fußbodenheizung, ist – wie schon erwähnt – sinnvoll, aber nicht zwingend notwendig. Was macht diese Kombination so effektiv? Die Fußbodenheizung ist eine sogenannte Flächenheizung und benötigt eine geringe Vorlauftemperatur. Das macht es für die Wärmepumpe leichter und sie verbraucht weniger Strom. Eine Kombination der Erdwärmepumpe mit einem Pufferspeicher ist in diesem Fall auch in der Regel nicht nötig, da die Fußbodenheizung als Pufferspeicher fungiert.

Erdwärmepumpe und Photovoltaik

Die Kombination der Erdwärmepumpe mit einer Photovoltaik-Anlage ist besonders unter Umwelt- und Kostengesichtspunkten eine sinnvolle Sache, da Sie weniger Strom für den Betrieb Ihrer Erdwärmepumpe zukaufen müssen.

Erdwärmepumpe und Solarthermie

Die Kombination mit einer Solarthermie, die aus Sonnenenergie Wärme erzeugt, ist bei einer gut geplanten Erdwärmepumpe eigentlich nur dann sinnvoll, wenn sich der Wärmebedarf Ihres Hause – zum Beispiel durch Anbauten und zusätzlich zu beheizende Räume – drastisch erhöht.

Erdwärmepumpe und Kamin

Sie müssen mit einer Erdwärmepumpe auch nicht auf die gemütliche Atmosphäre eines Kachelofens oder Kaminofens verzichten. Auch wenn ein solcher Ofen nicht notwendig ist, so sorgt er doch für eine Behaglichkeit, die Ihr Wohlbefinden steigert, wenn Ihnen danach ist.

Preise und Kosten einer Erdwärmepumpe

Abbildung 5: Preise und Kosten einer Erdwärmepumpe

Bei einer Erdwärmepumpe fallen verschiedene Kostenarten an. Da wären zunächst die Erschließungskosten, die aufgrund der Grabungs- oder Bohrarbeiten höher ausfallen als bei der Luft-Wasser-Wärmepumpe, wobei sie für die Erdwärmepumpe mit Erdsonde etwas höher sind als bei den anderen beiden Varianten. Die Anschaffungskosten bewegen sich etwa im Rahmen zwischen 5.000 und 12.000 € und damit in einem ähnlichen Bereich wie die anderen Wärmepumpen. Bei den Stromkosten haben die Erdwärmepumpe (und auch die Wasser-Wasser-Wärmpumpe) aufgrund der konstanten Erdtemperatur gegenüber der Luft-Wasser-Wärmepumpe die Nase vorn. Die Wartungskosten fallen mit 100 bis 200 € im Jahr recht gering aus.

Wenn Sie ein bestehendes Haus mit einer Erdwärmepumpe nachrüsten, kann das unter Umständen die Erschließungskosten leicht erhöhen, weil sich der Einbau der Erdwärmepumpe bei einem Neubau von vornherein mit einplanen lässt.

Förderung einer Erdwämepumpe

Abbildung 6: Förderung einer Erdwärmepumpe

Natürlich wird auch die Anschaffung einer Erdwärmepumpe von Bund und Ländern gefördert; schließlich sorgen Sie dank der umweltschonenden und emissionsfreien Technik für ein besseres Klima. Der Bund und die Stadt Wien unterstützen Sie mit einer prozentualen Beteiligung an den Kosten, während Sie in den anderen Bundesländern eine festgesetzte Einmalzahlung beantragen können. Auch die Energieunternehmen steuern Fördergelder von bis zu 750 € bei.

Benötigen Sie Hilfe beim Ausfüllen des Fördergeldantrages? Wir unterstützen Sie gerne.

Alle Vaillant Erdwärmepumpen auf einen Blick

Sie möchten sich näher über unsere Erdwärmepumpen informieren? Für mehr Informationen zu den einzelnen Produkten folgen Sie dem jeweiligen Link oder informieren Sie sich bei einem unserer ausgewählten Vaillant Fachhandwerker.

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