Heizkörper: Welche verschiedenen Typen es gibt und wie Ihr Heizkörper funktioniert.

Funktionsweise von Heizkörpern
Wie Heizkörper funktionieren, um Ihr Zuhause gemütlich zu machen.
Alle Heizkörper nutzen eine Energiequelle, um Wärme in Räume zu übertragen. Heizkörper heizen Räume mit Warmwasser oder Strom. Bei Heizkörpern, die an ein Heizsystem angeschlossen sind, kühlt das Heizungswasser beim Durchlaufen ab und wird im Heizgerät wieder aufgeheizt. Elektrische Heizkörper wie Heizlüfter und Infrarotheizungen nutzen Strom aus dem Netz oder aus Photovoltaikzellen, um einen Raum zu heizen.
Es gibt zwei grundlegende Arten der Wärmeübertragung, um einen Raum zu beheizen: Konvektionswärme und Strahlungswärme. Das ist weniger technisch, als es klingt. Hier die Erklärung:
- Konvektionswärme
Bei der Konvektion wird Wärme vom Heizkörper an die Raumluft abgegeben. Warme Luft steigt auf, zirkuliert und löst einen Kreislauf aus. Die warmen Oberflächen des Heizkörpers erwärmen die Luft, die aufsteigt. Kühle Luft vom Boden strömt zum Heizkörper und wiederholt den Kreislauf.
- Strahlungswärme
Strahlungswärme erwärmt feste Gegenstände wie Wände und Möbel direkt und nicht über die Luft. Die Oberfläche des Heizkörpers verteilt die Wärme gleichmäßig. Menschen empfinden Strahlungswärme als sehr angenehm.

Übersicht über Heizkörpertypen
Vor- und Nachteile verschiedener Heizkörpertypen.
Obwohl die meisten Heizkörpertypen recht ähnlich funktionieren, unterscheiden sie sich in ihrer Effizienz und Benutzerfreundlichkeit. Wir geben Ihnen detaillierte Informationen zu allen wichtigen Typen und ihren jeweiligen Vor- und Nachteilen.


Platten-/Flachheizkörper
Aufbau und Funktion: Bei einem Platten- oder Flachheizkörper bilden mehrere Heizplatten aus Stahlblech, durch die Heizwasser fließt, den Heizkörper. Zwischen diesen Platten sind in der Regel Konvektionslamellen angebracht, um Wärme aufzunehmen und die Luft zu erwärmen. Plattenheizkörper strahlen die Wärme auch über ihre große Oberfläche ab.
Wenn man die Anzahl der Konvektionslamellen erhöht, wird die Wärme, die durch die Luft im Raum verteilt wird, stärker. Außerdem können moderne Flachheizkörper auch bei niedrigen Vorlauftemperaturen gut funktionieren. Neben der Gasheizung kann auch eine Wärmepumpe als Wärmequelle dienen, wenn sie entsprechend ausgelegt ist.
- Vorteile
- Hoher Anteil an Konvektionswärme, wodurch Wärme im Raum verteilt wird
- Kompaktes Design dank Stahlblechen und Konvektionslamellen
- Vergleichsweise preiswert
- Benötigen weniger Wasser als Stahl-/Gusseisenheizkörper
- Kann mit einer Wärmepumpe und solarthermischer Energie verwendet werden
- Attraktives Design möglich
- Nachteile
- Konvektionslamellen sind schwieriger zu reinigen
- Im Laufe der Jahre kann sich Staub in den Lamellen festsetzen, der durch Konvektion (Luftumwälzung) in der Raumluft verteilt wird


Stahl-/Gusseisenheizkörper
Aufbau und Funktion: Stahl- und Gusseisenheizkörper sind die klassischen Heizkörper, die schon im 19. Jahrhundert verwendet wurden. Heute bestehen sie meist aus Stahl, sind aber ähnlich aufgebaut. Durch ihre modulare Bauweise können sie individuell angepasst werden. Da sie sehr schwer sind, haben Gusseisenheizkörper oft Gussfüße, was die Wandmontage schwierig macht.
Diese Heizkörper geben einen Großteil ihrer Wärme durch Strahlung ab. Durch die zusätzliche Konvektion werden häufig viele Staubpartikel in der Luft verwirbelt. Sie werden meist in Verbindung mit Gas-Brennwertheizungen eingesetzt. In gut gedämmten Gebäuden arbeiten sie mit mittleren Vorlauftemperaturen, bei schlechter Dämmung sind jedoch hohe Vorlauftemperaturen erforderlich.
- Vorteile
- Vergleichsweise preiswert
- Flexibel und anpassungsfähig
- Schnelle Abgabe der Wärme an den Innenraum
- Nachteile
- Mittlere bis hohe Durchflusstemperatur erforderlich
- Hoher Anteil an Strahlungswärme
- Hoher Staubflug aufgrund von Konvektion
- Kein elegantes Design möglich


Konvektoren
Aufbau und Funktion: Konvektionsheizgeräte sind eine spezielle Art von kompakten, elektrisch betriebenen und in der Regel mobilen Heizgeräten. Einige verfügen über kleine Ventilatoren, die kalte Luft ansaugen, über heiße Oberflächen erwärmen und oben wieder abgeben. Dies sorgt für schnelle Wärme, wenn Sie diese flexibel platzieren möchten. Dank ihrer Flexibilität eignen sie sich perfekt für den kurzfristigen Einsatz. Sie sind nicht für den Langzeitbetrieb gedacht, da dies teuer werden kann. Der Kauf und die Installation sind jedoch kostengünstig und einfach.
- Vorteile
- Kompakt und mobil
- Schnelle Beschaffung und Einrichtung
- Vergleichsweise preiswert
- Nachteile
- Hohe Stromkosten bei längerem Betrieb
- Nur als vorübergehende Zusatzheizung geeignet


Bad-/Rohrheizkörper
Aufbau und Funktion: Bad- oder Rohrheizkörper ähneln Segmentheizkörpern mit horizontalen Heizrohren, die wie Handtuchhalter aussehen. In Badezimmern sind weiße Säulenheizkörper pflegeleicht und langlebig.
Röhrenheizkörper können elektrisch (unabhängig vom Heizgerät) oder als Hybridsysteme (Warmwasser und Strom) betrieben werden. Sie strahlen den größten Teil der Wärme als Konvektion ab und eignen sich in Zusammenhang mit Brennwertheizungen. In Zusammenhang mit Wärmepumpen sind aufgrund der niedrigeren Vorlauftemperaturen größere Heizkörperflächen erforderlich.
- Vorteile
- Verschiedene Formen und Ausführungen möglich
- Verschiedene Verwendungszwecke (z. B. Handtuchtrockner, Badheizkörper)
- Leicht zu reinigen und daher hygienisch
- Nachteile
- Hoher Anteil an Konvektionswärme, die Staub im Badezimmer stärker aufwirbeln kann
- Mittlere bis hohe Durchflusstemperatur erforderlich


Fußbodenheizung
Aufbau und Funktion: Die Fußbodenheizung ist eine Art der Flächenheizung, die den Boden nutzt und auch in Wänden oder Decken installiert werden kann. Zu ihren Vorteilen zählen niedrige Vorlauftemperaturen und der Verzicht auf zusätzliche Heizkörper.
Mit großen Heizflächen arbeitet die Fußbodenheizung effizient mit erneuerbaren Energien wie Solarthermie und Wärmepumpen, die bei niedrigen Vorlauftemperaturen am besten funktionieren. Auch Gas-Brennwertheizungen können verwendet werden.
- Vorteile
- Große Heizfläche
- Gleichmäßige Erwärmung
- Niedrige Vorlauftemperaturen
- Ideal für Wärmepumpen und Solarthermie
- Kein sichtbarer Heizkörper
- Nachteile
- Vergleichsweise hohe Investitionskosten
- Regelmäßige Wartung erforderlich
- Es können vergleichsweise höhere Kosten bei Reparaturen anfallen


Infrarot-Heizung
Aufbau und Funktion: Infrarot-Strahlungsheizungen wandeln elektrische Energie in Wärme um und strahlen diese in einem Gerät in den Raum ab. Als flache Strahler konzipiert, sind sie unauffällig und lassen sich nachträglich leicht installieren.
Sie funktionieren nach dem Prinzip der Strahlung und sorgen für schnelle Wärme. Aufgrund der hohen Stromkosten eignen sie sich jedoch am besten für kleine, vorübergehend beheizte Räume.
- Vorteile
- Lange Lebensdauer, wartungsfrei
- Relativ preiswert
- Kann als Design-Heizkörper verwendet werden
- Kann nachhaltig mit Photovoltaik betrieben werden
- Nachteile
- Vergleichsweise hohe langfristige Betriebskosten ohne Photovoltaikanlage
- Eine gute Isolierung des Hauses ist notwendig
Gut zu wissen
Oberflächenheizsysteme (Wand, Decke, Fußboden) und moderne Flachheizkörper nutzen große Flächen und benötigen nur eine niedrige Vorlauftemperatur. Kleinere Heizkörper (herkömmliche Platten- oder Gusseisenheizkörper) müssen für die gleiche Heizleistung mit höheren Temperaturen betrieben werden. Je größer also die Heizfläche ist, desto niedriger ist die erforderliche Vorlauftemperatur.
Platzierung von Heizkörpern
Den perfekten Platz für einen Heizkörper finden.
In gut isolierten Gebäuden ist die Platzierung der Heizkörper weniger kritisch. Für den Luftaustausch sind geeignete Lüftungsöffnungen wichtiger. Ein Lüftungssystem sorgt für eine hohe Luftqualität und kann gesetzlich vorgeschrieben sein.
- An Außenwänden
- Unter Fenstern
- Für ausreichende Belüftung sorgen
- Flexibel in gut isolierten Häusern
Tipp zum Energiesparen
Wenn Sie in einem alten Gebäude wohnen - sind die Außenwände, an denen Heizkörper angebracht sind, isoliert? Wenn nicht, bringen Sie eine Isolierschicht hinter den Heizkörpern an, um Wärmeverluste zu vermeiden. Geeignetes Isoliermaterial erhalten Sie im Baumarkt oder lassen Sie die Arbeiten von Ihrem Installateur durchführen.
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