"Smart Heating"

Vieles bereits machbar – derzeit noch geringe Nachfrage bei Heizungskunden

Unter dem Begriff: „Smart Heating“ hat die Österreichische Energieagentur gemeinsam mit der Vaillant Group die letzten drei Jahre ein ambitioniertes Forschungsprojekt verfolgt. Zielsetzung war es, den Konsumenten künftig durch ein detailliertes Heizungsmonitoring die Möglichkeit zu geben, die Energieeffizienz ihrer Heizung deutlich zu steigern. Im Laufe des „Smart Heating“-Projektes konnte wertvolle Grundlagenforschung geleistet und wichtige Basiskenntnis gewonnen werden. Allerdings ist eine technische Umsetzung derzeit nicht ohne Zusatzkosten bei den Heizgeräten möglich. Diese zu bezahlen lehnen die eigens befragten Heizungskunden mehrheitlich ab.

Mehr Transparenz beim Heizen. Unter Experten war schon lange bekannt, dass theoretisch mögliche Einsparungen beim Energieverbrauch einer Heizungsanlage zumeist aufgrund fehlender bzw. mangelhafter Überwachung und Analyse nicht erreicht werden. Abgasmessungen im Zweijahresrhythmus, wie sie in vielen Häusern und Wohnungen gang und gäbe sind, geben nur eine Momentaufnahme wieder und reichen nicht aus, um mangelhafte Einstellungen rechtzeitig aufzudecken. Dazu kommt noch, dass Endverbraucher „Schwachstellen“ in der Regel nicht selbst überprüfen können und die meisten Konsumenten auch gar nicht wissen, wie viel Energie sie beim Heizen eigentlich verbrauchen bzw. einsparen könnten.

Ziel des Forschungsprojekts “Smart Heating” war und ist es deshalb, dass der Kunde den Energieverbrauch seiner Heizung laufend kontrollieren und optimieren kann und darüber hinaus in der Lage ist, sein Nutzerverhalten im Sinne besserer Energieeffizienz zu ändern.

Kundengerechtes Heizungsmonitoring. Auf dem Prüfstand erzielen hochwertige Heizkessel und Wärmepumpen schon jetzt gute Werte punkto Effizienz und Schadstoffausstoß. Anders sieht die Sache aber häufig im Praxiseinsatz aus. Schwachstellen bei der Installation, Auslegungsfehler, falsche Regelungseinstellungen oder geändertes Nutzerverhalten führen dazu, dass der Wirkungsgrad von Heizungsanlagen reduziert und die Effizienz nicht voll ausgeschöpft wird. Hier besteht noch erhebliches Einsparpotenzial. Die Österreichische Energieagentur und die Vaillant Group arbeiten deshalb mit dem Gemeinschaftsprojekt „Smart Heating“ daran, ein Konzept zu entwickeln, um die permanente Messung des Energieverbrauchs, der Energieeffizienz und der Schadstoffemissionen zu ermöglichen. Die Daten können in Echtzeit an den Endverbraucher selbst, aber auch – selbstverständlich unter Wahrung der gesetzlichen Datenschutzbestimmungen – an externe Wartungsfirmen oder den Vaillant Werkskundendienst übermittelt werden, um eine schnelle Reaktion auf einen fehlerhaften Betrieb bzw. Grenzwertüberschreitungen zu ermöglichen.

„Smart Heating“ – per Definition: „Smart Heating Systeme sind auf die Kundenbedürfnisse optimierte Heizsysteme mit Telekommunikationseinrichtung und intelligenter Messsensorik für die permanente Erfassung und Überwachung von effizienz- und umweltrelevanten Betriebsparametern. Durch die Interaktion zwischen dem Benutzer und definierten Betreuergruppen wird ein rechtzeitiges Erkennen von ineffizienten Systemzuständen garantiert. Damit wird ein optimierter Energieverbrauch gewährleistet – verbunden mit geringeren Heizkosten. Überhöhte Emissionen, wie z.B. CO2-Ausstoss werden vermieden. „Smart Heating“-Systeme haben zum Ziel, eine Bewusstseinsbildung und Verhaltensänderung beim Konsumenten hin zu einer energieeffizienten Betriebsweise von Heizsystemen zu bewirken.“

Interesse beim Kunden derzeit noch verhalten. Die Einschätzung von Fachleuten wie Installateuren und Rauchfangkehrern im Rahmen des Projektes ergab, dass komplexe Haustechnik-Systeme den Endkunden oft überfordern. Diese Erkenntnis wurde auch durch eine Focusgruppe unter Heizungsbesitzern bestätigt. Eine zusätzliche umfassende und tiefgehende Befragung von 500 repräsentativen Heizungskunden im Rahmen des „Smart Heating“-Projektes durch das Gallup-Institut hat erstaunliche Ergebnisse gebracht. Es zeigte zwar nur jeder 6. Befragte hohes Interesse für „Smart Heating“- Features, allerdings wiesen zwei Drittel Interesse unter besonderen Umständen auf. Als besonders wichtige und kaufrelevante Eigenschaften erwiesen sich: die Planungssicherheit bei den Energiekosten generell, Sicherheit vor Unfällen und Infos vor Ausfällen. Generell gibt es aber derzeit keine Bereitschaft, für die Integration von „Smart Heating“ einen nennenswerten Aufpreis bei Heizsystemen zu bezahlen.

Dem Projektteam von 10 Fachleuten der Österreichischen Energie Agentur und der Vaillant Group ist es zwar in den letzten drei Jahren gelungen, durch aufwendige Grundlagenforschung wertvolle Erkenntnisse zu gewinnen. Allerdings ist eine Umsetzung in serienfertige Produkte – insbesondere ohne erhebliche Verteuerung dieser – noch nicht in Sicht. Vaillant wird diese Herausforderungen zum Anlass nehmen, an einem kundengerechten „Gesamtsystem“ weiter zu arbeiten, dabei sollen, wie schon bisher, Installateure und Rauchfangkehrer weiterhin eingebunden werden.

Wien, August 2014

Weitere Informationen:

Vaillant Group Austria GmbH, Forchheimergasse 7, 1230 Wien

Tel.: +43-(0)5-7050-0, Fax: 05-7050-1199, E-Mail: info@vaillant.at

Österreichische Energieagentur

Austrian Energy Agency

Ansprechpartner: Frau Maga Agnes Sieberth

Mariahilfer Straße 136, 1150 Wien

Tel. +43-(0)1-586 15 24-12, Fax +43-(0)1-586 15 24-340

agnes.sieberth@energyagency.at | www.energyagency.at

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